| 7. Traditions-Schleppjagd in Wermsdorf mit der Geiseltal-Beagle-Meute
|
Um das Flair vergangener Jagdtradition zu erahnen, wollten wir
schon seit langem einmal eine Schleppjagd miterleben. Der Beagle wurde ja ursprünglich
in England für die Meutejagd auf Hasen gezüchtet. Bei der Hetzjagd, die im 17. und 18.
Jahrhundert sehr beliebt war, reißen die Hunde das Wild nicht, sondern sie ermüden es mit
ihrer enormen Ausdauer. Die Hetzjagd auf lebende Tiere ist in
Deutschland bereits seit den dreißiger Jahren verboten. Darum jagt die Hunde-Meute
heutzutage einer künstlichen Fährte nach, z.B. dem Duft von Anisöl, dessen Spur ein
Reiter für ihre beeindruckende Nasenarbeit geschleppt hat.
Am 6. September 2008 fand in Wermsdorf die 7. Traditions-Schleppjagd statt
und wir waren dabei!
|
 |
 |
Die Schleppjagd wurde im Hof des Jagdschlosses Hubertusburg, das einst
Besitz August des Starken war, mit einer Hubertusmesse vor der Schlosskapelle eröffnet.
Das Signal „Aufbruch zur Jagd“ ertönte und die Geiseltal-Beagle-Meute, welche von berittenen Pikören
in sächsischer Jagdkleidung eskortiert wurde, führte die Jagdgesellschaft hinaus aus dem Schlosshof
über Feldwege, abgeerntete Felder, Wiesen und durch den Wermsdorfer Forst. Begleitet wurden die Hunde,
in teilweise rasantem Tempo, von zahlreichen Reitern und 12 mit Zuschauern vollbesetzten Kremsern
(auf einem wir!) sowie einigen Kutschen. Jagdhorn- und Parforcehornbläser rundeten mit ihren
Signalen die Jagd ab.
|
Die Geiseltal-Beagle-Meute auf der Fährte Homepage der Geiseltal-Beagle-Meute
|
Die Arbeit der Hunde - das Wiederfinden und Aufnehmen der richtigen Fährte
(„the true line“) - auf einer Strecke von ca. 20 Kilometern stand im Mittelpunkt der Jagd
und wurde von der „hound music“, dem Geläut der Meute begleitet. Während der Rast
erfrischten sich die Beagles in einem der zahlreichen Seen oder Bäche. Schließlich
endete der Jagdtag mit Großem Halali im Hof des Schlosses Hubertusburg.
Die Beagle-Meute erhielt die Belohnung für ihre Arbeit, das Curée.
Es bestand aus frischem grünen Rinderpansen, welcher innerhalb weniger Minuten von
den hungrigen Beagles verschlungen wurde. Beeindruckt kehrten wir nach Hause zu unseren Familien-Beagles zurück.
Abschließend möchten wir noch sagen, dass wir die Meuten-Welt in ihrem Ursprungsland mit Distanz betrachten.
|  |
|
|
| Die Parforcehornbläser aus Leipzig
| Belohnung für die Beagle-Meute: das Curée - frischer grüner Rinderpansen
|
 |
|
|